Effektives Rauchverbot an Schulen!
So platt es sich anhören mag: Rauchen ist „in“.
Zusammen auf dem Schulhof stehen, sich unterhalten – und natürlich zur Zigarette greifen, eine schnorren, anderen eine anbieten und anschließend die verglühte Kippe kunstvoll in die Luft schnippen. Man kennt das. Dabei ist der viel beschworene Gruppenzwang sicherlich weniger entscheidend als das ungetrübt gute Image des Rauchens: Wer Zigaretten raucht, ist selbstbewusst, erwachsen, unabhängig und aufgeschlossen. Jedenfalls vermittelt die Werbung uns diesen Eindruck.
Rauchen ist ungesund.
Jeder weiß das und jeder Raucher sowieso. Wieso kann selbst diese unbestrittene Tatsache das gute Image des Rauchens nicht trüben?
Vielleicht, weil gerade die Unbekümmertheit gegenüber den nachgewiesenen Gefahren Trotz und Unabhängigkeit zum Ausdruck bringt. „Was kümmert mich, was ich in 50 Jahren für Krankheiten habe?“; „Wenn es mir nicht gut geht, höre ich halt wieder auf.“ Man kennt diese Aussagen. Aber lässt es einen wirklich so kalt, wenn man die Gesundheit nicht als abstraktes Etwas sondern die konkreten Gefahren betrachtet?
Jeder zweite Raucher stirbt an den Folgen des Rauchens. So verursacht der Zigarettenkonsum mehr Todesfälle als dies Verkehrsunfälle, AIDS, illegale Drogen, Morde und Selbstmorde zusammen tun! Nun stirbt man nicht gleich bei der ersten Zigarette. Und die 10-fach erhöhte Lungenkrebsgefahr bei Rauchern wirkt sich regelmäßig nicht schon bei Jugendlichen aus. Man kann ja rechtzeitig aufhören zu rauchen.
Allerdings sind auch und besonders Jugendliche schon ernsthaften Gefahren ausgesetzt. Gerade junge Raucherinnen erhöhen in Verbindung mit der Pille das Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erleiden, ganz erheblich. Außerdem nimmt jeder Raucher bis zu 15 % weniger Sauerstoff beim Atmen auf. Na und, stört mich das?
Ja! Ist es nicht nervig, bei jeder Anstrengung immer schon nach kurzer Zeit aus der Puste zu sein? Und ist es nicht ärgerlich, gerade beim Sport erheblich weniger Durchhaltevermögen zu haben und allgemein weniger leistungsfähig zu sein als Nichtraucher? Wo wir bei Leistungsfähigkeit sind: Wusstet Ihr, dass besonders jugendliche Raucher oft an Erektionsstörungen leiden?
Rauchen auf dem Schulhof
ist ein festes Pausenritual bei viel zu vielen Schülern – und Lehrern. Tatsächlich ist die Schule der Ort, an dem die meisten Jugendlichen rauchen. Ein Drittel aller Schüler raucht regelmäßig im Rahmen der Schulzeit. Und zwar trotz und vielleicht gerade wegen Rauchverboten.
Wir fordern
ein absolutes, konsequentes und effektives Rauchverbot auf dem Schulgelände.
Absolut heißt, dass es keine Ausnahmen gibt. Nicht für über 16- oder über 18jährige, nicht für Lehrer und nicht für Hausmeister. Keine Raucherecken und keine Raucherlehrerzimmer. So ist es überhaupt nicht ersichtlich, warum Lehrer oder Hausmeister das tun dürfen, was sie den Schülern verbieten. Ganz abgesehen von ihrer Vorbildfunktion sollten sie gleichberechtigt mit Schülern dem Rauchverbot unterliegen.
Wie beschrieben, lassen sich viele Schülerinnen und Schüler durch bereits bestehende Rauchverbote oft nicht vom Griff zur Zigarette abhalten. Wir brauchen daher ein effektives Rauchverbot, das konsequent durchgezogen wird. In erster Linie sollte dabei an die Einsicht und Vernunft appelliert werden. Zu denken wäre an die stärkere Thematisierung der Tabakgefahren im Unterricht und die Einrichtung von Anti-Raucher-Kursen.
Um ein Verbot jedoch konsequent durchzusetzen, müssen Verstöße auch immer zu Folgen führen. In Betracht kommt dabei (gerade bei jüngeren Schülern) die Benachrichtigung der Eltern. Außerdem ist an eine Verpflichtung zu allgemeinen sozialen Aufgaben, wie Schulhofreinigung usw. und die Dokumentation von Regelverstößen im Zeugnis zu denken.
Selbstverständlich ist ein Rauchverbot an Schulen kein Wundermittel, das die Zahl rauchender Jugendlicher sofort erheblich verringert. Die Tatsache aber, dass es gerade Schulen sind, wo die meisten Jugendlichen rauchen, zeigt, dass es richtig ist, hier für ein effektives Verbot zu sorgen. So konnten auch in anderen europäischen Staaten bereits durch entsprechende Verbote beachtliche Erfolge erzielt werden.
Wir würden uns sehr freuen, Eure Meinung zu unserem Standpunkt zu erfahren. Meldet Euch einfach unter info@ju-verden.de.
Weitere Infos sind unter www.rauch-frei.info zu finden.







