Ehrenamt stärken, denn Ehrenamt macht stark!
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Arne Jacobs
Unser freiheitlich-demokratisches Gemeinwesen lebt davon, dass Bürgerinnen und Bürger an seiner Gestaltung mitwirken und einen Teil ihrer Lebenszeit für das Gemeinwohl einsetzen. Sie tun dies aus idealistischen und aus persönlichen Motiven: zum Einen, um einen Beitrag zur Gestaltung und zur Sicherung der Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft zu leisten, zum Anderen, weil sie es als eine Bereicherung des eigenen Lebens empfinden, einen Teil ihrer freien Zeit einer Aufgabe zu widmen, die der Allgemeinheit zugute kommt. In Verbänden, Vereinen und Organisationen ist es zunehmend schwieriger, ehrenamtlich Tätige zu gewinnen. Der immer stärker werdende Drang zur Individualisierung der Lebensformen, einhergehend mit einer immer vielfältiger gegliederten Gesellschaft, hat die Bereitschaft zurückgedrängt, über das eigene berufliche und familiäre Interesse hinausgehend freiwillige Aufgaben wahrzunehmen. Die Gesellschaft muss die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger zur Übernahme ehrenamtlicher Tätigkeiten mehr anerkennen, würdigen und unterstützen und somit die Selbstverantwortung wieder stärker in das Gemeinwohl einbinden. Denn Selbstverantwortung und Mithilfe entspricht unserem freiheitlichen Verständnis vom Staat. Unsere Gesellschaft lebt von der ehrenamtlichen Tätigkeit. Die Junge Union fordert daher: · eine breit angelegte öffentliche Kampagne, die alle Bürgerinnen und Bürger ermutigt, ihre Zurückhaltung gegenüber ehrenamtlicher Tätigkeit aufzugeben und ihre fachlichen Kenntnisse und persönlichen Erfahrungen in gemeinschaftliche Verantwortung für eine solidarische Gesellschaft einzubringen · zu prüfen, inwieweit Menschen, insbesondere auch Jugendliche, für ehrenamtliche Tätigkeiten gewonnen werden können. In einigen europäischen Ländern sind Freiwilligenagenturen und Bürgerbüros fester Bestandteil bei der Vermittlung von ehrenamtlichen Aufgaben. Da es in Deutschland bisher nur wenig Erfahrungen damit gibt, ist zu prüfen, inwieweit durch deren Förderung mehr Bürgerinnen und Bürger zu ehrenamtlichem Engagement ermutigt werden können. · bei gesetzlichen Regelungen die Auswirkungen auf Bedingungen ehrenamtlicher Tätigkeiten zu berücksichtigen. Ziel muss es sein, bürokratische und rechtliche Hemmnisse, insbesondere steuerrechtliche Vorschriften, abzubauen. Des Weiteren gilt es, den Handlungs-Rahmen und die Gestaltungsmöglichkeiten für ehrenamtlich Tätige zu verbessern, zu erweitern und damit zu verhindern, dass immer mehr ursprünglich ehrenamtliche Betätigungsfelder durch die Arbeit hauptamtlicher Kräfte ersetzt werden. · die Verdienste der ehrenamtlich Tätigen verstärkt im Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit zu verankern. Bürgerinnen und Bürger sowie gesellschaftlich tätige Gruppen, die sich durch langjährige selbstlose ehrenamtliche Arbeit hervorgetan haben, sind für ihre Arbeit auszuzeichnen und zu würdigen. Dieses geschieht bereits durch diverse Maßnahmen, die allerdings gebündelt und vor allem stärker in die Öffentlichkeit getragen werden sollten. Wir appellieren des Weiteren: · an die Arbeitgeber und Arbeitnehmer, im gegenseitigen Einvernehmen Lösungen anzustreben, ehrenamtliches Engagement auch innerbetrieblich stärker anzuerkennen. Aufgrund der Arbeitsplatz- und Arbeitsmarktsituation hat das Verständnis für ehrenamtlich tätige Arbeitnehmer nachgelassen. · an Länder und Kommunen, gemeinschaftliches Engagement als einen wesentlichen Bestandteil des erzieherischen Auftrages von Schule und Ausbildung zu werten und diesen Auftrag Schüler und Jugendliche als wichtige Grundlage des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft begreifen zu lassen. Es ist deshalb von großer Bedeutung, Schüler und Jugendliche frühzeitig an eigenverantwortliches Handeln für den Nächsten heranzuführen und durch entsprechende Lerninhalte abzusichern. Dies scheint umso dringlicher, da früher hier wirksame traditionelle Bindungen weitgehend ihren Einfluss und ihre Prägekraft verloren haben. · an die Länder, bei der Vergabe von Studienplätzen zu berücksichtigen, dass Studentinnen und Studenten ihre ehrenamtliche Tätigkeit fortsetzen können. Es wird ausdrücklich begrüßt, dass Wehr- und Zivildienstleistende ihren Einsatzort bereits so wählen können, dass die Fortführung ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit gewährleistet wird. · an Organisationen, Verbände, Vereine, Parteien, Gruppen und Initiativen sowie an jeden Einzelnen, an einer Bewusstseinsänderung mitzuarbeiten und eine neue Kultur der Ehrenamtlichkeit entwickeln zu helfen. Arne Jacobs |
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Anmerkung: Persönliche Standpunkte stellen die Meinung des Verfassers dar und sind nicht unbedingt identisch mit der Auffassung der Jungen Union Kreisverband Verden . |
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