Studiengebühren

Unsozial oder Ausweg aus der desolaten Hochschulpolitik? Ein Standpunkt von Cathleen Drewes

In letzter Zeit wurde häufig über die Einführung von Studiengebühren divergent diskutiert. Hierbei wurde die Einführung von Studiengebühren u. a. in Niedersachsen von Teilen der SPD und mehrheitlich auch von den Grünen als unsozial abgestempelt.
Zunächst einmal möchte ich erwähnen, dass es für einige Studenten durchaus problematisch sein könnte, neben ihrem Lebensunterhalt zusätzlich auch noch Studiengebühren bestreiten zu müssen.
Wenn auch viele Studierende von ihren Eltern unterstützt werden, kommen jedoch nicht alle in diesen Genuss. Für diese Studenten bieten sich folgende Alternativen an:

  1. Stipendien, bei sehr guten schulischen Leistungen
  2. Kredite, zinsgünstig vom Land zur Verfügung gestellt
  3. Minijobs, neben dem Studium

Es sind bereits in fast allen europäischen Ländern Studiengebühren eingeführt worden. Hierbei blieben die Zahlen der Studienanfänger konstant. In Großbritannien zum Beispiel hat sich die Zahl der Studierenden eher noch erhöht anstatt zurückzugehen. Von 2000 bis 2001 stieg die Zahl der Hochschulabsolventen sogar nochmals um fünf Prozent. Als Fazit verzichtet somit lediglich ein kleiner Teil durch die Einführung von Gebühren auf sein Studium.
Näher erläutern möchte ich deshalb die Vorteile von Studiengebühren. Von großer Bedeutung ist, dass die Zahl der Studienabbrecher mit der Einführung von Studiengebühren rückläufig ist, da sich die Studenten künftig genauer mit ihrer Studienwahl auseinandersetzen werden um nicht länger als nötig zu studieren. Folglich wird sich auch die Zahl von Langzeitstudenten reduzieren. Dadurch werden Steuergelder gespart, die wiederum den Universitäten und Fachhochschulen zu Gute kommen könnten.
Das Hochschulsystem wird außerdem nur von einer Minderheit genutzt, aber von der Allgemeinheit finanziert. Somit haben Studiengebühren auch einen gesellschaftlichen Nutzen. Wir alle zahlen Steuern und finanzieren somit das Hochschulsystem mit. Jedoch studieren häufig Akademikerkinder; und ist es gerecht, wenn ein Arbeiter am Fließband das Studium eines Akademikerkindes mitfinanziert? Nicht zuletzt führt ein Hochschulsystem mit Gebühren auch zu mehr Eigenverantwortung bei der Entscheidung zwischen einem intensivem Studium oder zusätzliche Studentenjobs.
Außerdem werden die zu errichtenden Gebühren für eine Ausweitung des Angebots genutzt und somit den Hochschulen zu Gute kommen. Ferner können so bessere Lernbedingungen für die Studierenden entstehen, da von den zusätzlichen Mitteln mehr Fachzeitschriften, EDV-Systeme angeschafft werden und Praxislabors etc. eingerichtet werden können. Besonders betonen möchte ich auch, dass die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die Verdienstaussichten für Studenten um ein vielfaches höher liegen. Deshalb ist es lediglich gerecht, für sein Studium Gebühren zu erheben.

Cathleen Drewes


Anmerkung: Persönliche Standpunkte stellen die Meinung des Verfassers dar und sind nicht unbedingt identisch mit der Auffassung der Jungen Union Kreisverband Verden .

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