Neue Wege im Umgang mit dem Nationalsozialismus
„Die Vergangenheit überwinden –
Neue Wege im Umgang mit dem Nationalsozialismus“
Wenn man als Fremder nach Deutschland käme könnte man meinen, wir Deutschen haben eine große Affinität zum Nationalsozialismus: Im Kino läuft gerade der neueste Film über die NS-Zeit, die Zeitungen überbieten sich gegenseitig mit Sonderserien über Hitler und in fast jeder Stadt macht ein Mahnmal oder eine Gedenkstätte auf die nationalsozialistische Vergangenheit aufmerksam.
Mehr noch: Die Bibliotheken und Buchhandlungen sind voll mit Büchern über diese Zeit, denn zu keiner Epoche wird mehr gedruckt und verkauft als zum Nationalsozialismus. Außerdem werden jedes Jahr wieder „Mahnwachen für die Opfer des Nazi-Regimes“ abgehalten.
Über 60 (!) Jahre nach Ende der NS-Herrschaft ist diese Zeit nach wie vor im gesellschaftlichen Leben der Bundesrepublik allgegenwärtig. Ob alt oder jung, jeder wird mit dem Nationalsozialismus konfrontiert.
Dies ist der falsche Weg mit seiner eigenen Vergangenheit umzugehen. Es ist überfällig, dass wir dieses dunkle Zeitalter endlich zu den Akten legen.
Aber anstatt die Vergangenheit hinter uns zu lassen und in die Zukunft zu schauen scheinen wir vielmehr dazu zu neigen, das Vergangene in die Gegenwart zu transportieren. So ist der Nationalsozialismus zu einer Art künstlichem Dämon der Bundesrepublik geworden, der sowohl im gesellschaftlichen als auch im privaten Leben herumspuckt.
Daraus resultierend gehört es in Deutschland zur gängigen Praxis, sich immer wieder mit den besagten zwölf Jahren unserer Vergangenheit zu beschäftigen, die ja in keinem Fall als repräsentativ für die gesamte deutsche Geschichte betrachtet werden können. Wie in keinem anderen Land der Erde ist so in Deutschland eine destruktive Tradition gewachsen, in der eigenen Vergangenheit mit wenig Objektivität nur das Schlechte zu suchen und dieses dann immer wieder zu betonen.
Und eben dieser Ungeist der falschen Vergangenheitsbewältigung zieht eine große Menge weitreichender und negativer Folgewirkungen nach sich:
Negative Folgewirkungen in der Politik:
Besonders die Politik ist vom falschen gesellschaftlichen Umgang mit der Geschichte betroffen. Es kommt nicht selten vor, dass notwendige politische Entscheidungen nicht getroffen werden, weil man eine zu große Ähnlichkeit zum Nationalsozialismus befürchtet.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die Debatte, ob die Bundeswehr auch innerhalb Deutschlands eingesetzt werden darf. Da die Sicherheitslage in den letzten Jahren immer angespannter wird, müsste es eigentlich die logische Konsequenz sein, hier die Bundeswehr zur Erhöhung der Sicherheit für die Bevölkerung zu nutzen. Doch kaum wird dieser sinnvolle Vorschlag von der CDU gemacht, hagelt es Kritik: Man wolle keine „Militarisierung der Gesellschaft“, außerdem zeige die Geschichte ja „wie gefährlich ein solcher Schritt ist.“ Anstatt die Sache objektiv und vernünftig zu betrachten, wehren sich insbesondere die linken Parteien mit Verweis auf die NS-Zeit dagegen.
Ein ähnliches Beispiel ist das Streitthema, ob die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen verstärkt werden soll. An für Schlägereien und Raubüberfällen bekannten Orten befürwortet die CDU das Installieren von Überwachungskameras, um der Polizei die Fahndung nach den Tätern zu erleichtern. Und auch hier hört man aus dem linken Lager wieder das Argument, dass man wolle „keinen Über-wa-chungs-staat wie im Nationalsozialismus“ haben wolle.
Es wird deutlich: Unsere Politik ist in zahlreichen Bereichen vom Nationalsozialismus beeinflusst und bestimmt, was in vielen konkreten Fällen negative Konsequenzen hat.
Negative Folgewirkungen im gesellschaftlichen Leben:
Auch im gesellschaftlichen Leben braucht man nach negativen Folgen der falschen Vergangenheitsbewältigung nicht lange zu suchen. Durch die permanente Beschäftigung mit der NS-Zeit ist in Deutschland ein Geist kollektiven Schuld-be-wusst-seins entstanden, der zum großen Teil auch Menschen betrifft, die zu Zeiten des NS-Regimes überhaupt nicht gelebt haben.
Die Verantwortung für die Nazi-Verbrechen scheint bei uns von Generation zu Generation wie die Erbsünde weitergegeben zu werden, was moralisch und historisch unbegründet ist. Es kann nicht sein, dass sich heute noch jemand dafür schuldig oder verantwortlich fühlen muss, was seine Großeltern oder die Eltern seiner Großeltern in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts gemacht haben!
Außerdem führt der verklärte Umgang mit unserer Geschichte dazu, dass sich seit Jahren in Deutschland kein nationales Selbstwertgefühl entwickelt hat. In Zeiten von zunehmender Unsicherheit und Globalisierung wäre das aber gerade für die ganze Gesellschaft heilsam.
Wir brauchen wieder Identität und ein nationales Selbstwertgefühl, wie es auch in unseren Nachbarländern existiert! Denn dadurch entsteht eine klare Identität, was für viele Menschen eine enorme Stütze darstellt. Nahezu jedes Volk zieht aus dieser natür-lichen und über die Jahrhunderte gewachsenen Verbundenheit Kraft und Zusammenhalt. Dies muss auch in Deutschland wieder möglich sein!
In diesem Zusammenhang ist auf eine weitere Unsitte hinzuweisen: Wer sich in unserer Gesellschaft zu Patriotismus bekennt wird schnell als „Nazi“ diffamiert und in die „Braune Ecke“ geschoben. Dabei ist diese reflexartige Reaktion von weiten Teilen der Gesellschaft völlig unsachlich und unbegründet, weil man Natio-nal-so-zialismus und Patriotismus nicht gleichsetzten kann.
Auch werden einschlägige Begriffe wie „Rassismus“ oder „Rassist“ in den meisten Fällen falsch verwendet. Wer sich mit seinem Land identifiziert ist nämlich noch lange kein Rassist. Erst wenn damit einhergehend eine Diskriminierung anderer Volksgruppen stattfindet ist dieser Begriff gerechtfertigt.
Was muss in Zukunft für eine Verbesserung getan werden?
Es ist die Aufgabe der jungen Generation, die momentan vorhandene Situation zu verbessern. Wir müssen dem kollektiven Schuldgefühl von vorherigen Generationen einen Umgang mit dem Nationalsozialismus entgegensetzten, der ihn nicht mehr als gesellschaftliches Dauerthema definiert. Ähnlich wie die Kaiserzeit muss auch die NS-Zeit als eine historische Epoche unter vielen betrachtet werden.
Daher ist es wichtig, dass die hier angesprochene Thematik Gegenstand der politischen Diskussion wird. Dieser Standpunkt soll dazu einen Anstoß geben ohne dabei die Verbrechen des Nationalsozialismus zu verharmlosen.
Doch neben der inneren Einstellung jedes Einzelnen gibt es auch konkrete Aufgaben für die Politik:
- Der (Geschichts-)Unterricht an Schulen muss der fortgeschrittenen Zeit angepasst werden: Anstatt sich unverhältnismäßig viel mit der NS-Zeit zu be-schäf-tigen sollte die deutsche Geschichte in ihrer Gesamtheit vermittelt werden. Dabei sollten auch die DDR-Geschichte und der Mauerfall als jüngere Bestandteile der deutschen Geschichte Einzug in die Lehrpläne finden.
- Öffentliche Gelder sollten nicht mehr in solcher Maßlosigkeit für Mahnmäler und Gedenkstätten oder ähnliche Dinge ausgegeben werden. Aus-ga-ben wie die 27,6 Millionen Euro für das Holocaust-Mahnmal in Berlin werden an anderer Stelle deutlich dringender benötigt.
- Auch im politischen Tagesgeschehen muss ein Umdenken erfolgen, indem man auch hier die vielen Gedenkveranstaltungen und Schweigeminuten nicht mehr unverhältnismäßig viel dem Nationalsozialismus widmet.
Ganz besonders wir als junge Generation sollten deshalb ein unverkrampftes Verhältnis zu unserem Land und unserer Geschichte vorleben und den Menschen um uns herum klarmachen, dass es im 21. Jahrhundert nun wirklich nicht mehr nötig ist, sich in irgendeiner Weise vom Nationalsozialismus einschränken zu lassen. Anstatt beschämt in die Vergangenheit zu blicken sollten wir selbstbewusst in die Zukunft schauen!
Anmerkung: Persönliche Standpunkte stellen die Meinung des Verfassers dar und sind nicht unbedingt identisch mit der Auffassung der Jungen Union Kreisverband Verden .






